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Ein tiefer Blutdruck ist im Gegensatz zum Bluthochdruck nicht schädlich für das Herz-Kreislauf-System. Der tiefe Blutdruck ist als in der Regel nicht bedrohlich, dennoch können die damit verbundenen Beschwerden für den Patienten sehr lästig und gelegentlich gefährlich sein (Schwarzwerden vor Augen, Gefahr kurzer Bewusstlosigkeiten).

Definition der Hypotonie

Untere Normgrenze für den Blutdruck liegt bei 100/60 mmHg. Ein tiefer Blutdruck, der ohne Beschwerden einhergeht, hat jedoch keinen Krankheitswert.
Häufiger ist das Bild einer orthostatischen Hypotonie, d.h. wenn der systolische (obere) Blutdruck bei einem Patienten, der von einer liegenden Position aufsteht um mindestens 20 mmHg fällt. Solche orthostatische Reaktionen können auch bei Menschen mit normalem oder gar erhöhtem Ruheblutdruck auftreten. Der orthostatischen Hypotonie liegt eine Störung des vegetativen Nervensystems zugrunde, die idiopathisch (ohne bekannte krankhafte Ursache / Veranlagung) oder als Manifestation verschiedener Krankheiten und auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten kann.

Wie häufig ist die Hypotonie

Die Häufigkeit der orthostatischen Hypotonie beträgt ca. 15%. Allerdings leiden nur etwa 50% dieser Menschen unter diesbezüglichen Beschwerden. Umgekehrt kann bei ca. 50% der Menschen, die an Hypotoniebeschwerden leiden, keine orthostatische Dysregulation festgestellt werden. Vor allem betroffen von Hypotoniesymptomen sind junge Frauen (Konstitution / Veranlagung) und
ältere Menschen (Krankheiten / Medikamente).

Was macht die Hypotonie für Beschwerden

Meist besteht ein Zusammenhang zwischen Symptomen und Aenderung der Körperposition.

  • Schwindelgefühl
  • Schwarzwerden vor Augen / Flimmern vor Augen
  • Benommenheit
  • Ohrensausen
  • Herzklopfen
  • Atemnot
  • Uebelkeit
  • Schwitzen
  • Kopfschmerzen
  • In extremen Fälle auch Synkopen (Bewusstlosigkeiten)

Diagnostische Massnahmen

Wichtig sind die Erhebung der Anamnese (Krankengeschichte / Beschwerden). Ursächliche Krankheiten
und / oder Medikamente müsser ausgeschlossen / nachgewiesen werden. Eine Ruheblutdruckmessung reicht nicht für den Nachweis / Ausschluss einer orthostatischen Dysregulation. Bei Bedarf kann ein einfacher Test in der Praxis durchgeführt werden: Blutdruck- und Pulsmessung beim liegenden Patienten nach 5 Minuten und nochmals nach weiteren 3 Minuten. Danach steht der Patient rasch auf und wird nach einer Minute nochmals gemessen. Gelegentlich sind auch weitere Abklärungen (Blut- und Herz-untersuchungen) angezeigt.

Behandlung der Hypotonie

  • Ursachen behandeln (z.B. Medikamente anpassen)
  • Langsames Aufstehen aus liegender Position
  • Frühstück am Morgen, ev. mit Kaffee
  • Verzicht auf heisse Dusche am Morgen
  • Langes Stehen am Ort vermeiden (Herumgehen / Hinsetzen)
  • Stützstrümpfe anpassen (verhindern „Versacken“ des Blutes in die Beine)
  • Regelmässige sportliche Aktivitäten stabilisieren den Kreislauf
  • Viel trinken, regelmässige kleine Mahlzeiten einnehmen, genügend Salz
  • Alkohol meiden (öffnet die Gefässe, erniedrigt den Blutdruck)
  • Medikamentöse Behandlung möglich, falls obgenannte Massnahmen ohne Erfolg sind. Sie bewirkt: Höheren Gefässdruck, stärkere Herzarbeit, mehr Gefässvolumen.
 
 
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