Hier eine Übersicht der verschiedenen
Infektionskrankheiten und die dazugehörenden Impfempfehlungen.
Die Legende bietet weitere Informationen zu den in dem Impfplan
enthaltenen Infektionskrankheiten:
Diphtherie ist eine bakterielle Erkrankung von Rachen und
Kehlkopf, v.a. bei Kindern. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen
(Husten, Niesen, Sprechen). Seit 1984 keine Krankheitsfälle mehr
in der Schweiz, aber noch in jüngster Zeit Epidemien im nahen Ausland
(ehem. Sowjetunion). Die Fachleute empfehlen weltweit die Erhaltung des
Impfschutzes auch bei Erwachsenen. Tetanus / Starrkrampf ist eine bakterielle
Erkrankung, die zu Hirnhautentzündung und Muskelstarre führt.
Die Krankheit nimmt ihren Ausgang von infizierten kleinen und grossen
Wunden. Die Krankheit ist weltweit bekannt, in der entwickelten Welt durch
Immunisierung der Bevölkerung sehr selten geworden. Impfungen gegen
Diphtherie und Tetanus erfolgen mit einem kombinierten Impfstoff.
| FSME / Frühsommermeningoencephalitis |
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FSME ist eine virale Erkrankung, die durch Zeckenbisse von der Zecke
auf den Menschen übertragen wird und zu Hirn- und Hirnhautentzündung
führen kann, gelegentlich mit bleibenden Schäden oder gar tödlichem
Ausgang. Gefährdet sind nur Personen, die in eng umschriebenen Gebieten
leben oder auch zeitlich beschränkt im Freien aufhalten, in denen
infizierte Zecken leben.
Hepatitis B ist eine virale Erkrankung, die zu einer häufig chronischen
Leberentzündung führt, die im Verlauf wegen sich entwickelnder
Zirrhose (Lebervernarbung) oder Leberkrebs für einen vorzeitigen
Tod verantwortlich
ist. Die Übertragung erfolgt durch ungeschützten Geschlechtsverkehr
oder durch Blut-zu-Blut-Kontakt (z.B. bei verletzter Haut, durch infizierte
Nadeln von Spritzen, durch infizierte Bluttransfusionen). Das Bundesamt
für Gesundheit empfiehlt eine Grundimmunisierung bei allen Jugendlichen
in der Schweiz, da die meisten Ansteckungen in jungen Jahren erfolgen.
Die Grippe ist eine virale Erkältungskrankheit, die bei Risikopersonen
zu schweren Verläufen, gelegentllich mit tödlichen Folgen führen
kann. Die Impfung wird jährlich zwischen Mitte Oktober und Mitte
November verabreicht und wird empfohlen für Personen über 65
Jahre, für Patienten mit Herz- oder Lungenkrankheiten, für Patienten
mit Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz und Immunschwäche. Zudem
können sich Personen, die häufig im Kontakt zu Kranken stehen,
mit der Impfung schützen.
Die Meningokokken führen zu einer bakteriellen Hirnhautentzündung,
die gelegentlich auch bei uns in Einzelfällen oder kleinen lokalen
Häufungen vorkommt. Bisher wird eine Impfung nur für Reisende
nach Afrika, Asien und Südamerika empfohlen, wo die Krankheit endemisch
ist.
Die Pneumokokken führen bei Risikopersonen zu einer bakteriellen
Lungenentzündung, z.T. mit schwerem oder gar tödlichem Verlauf.
Die Impfung wird deshalb Personen über 65 Jahren sowie Patienten
mit fortgeschrittenen Herz- oder Lungenkrankheiten, Nierenkrankheiten,
Alkoholkrankheit, Immunschwäche u.a. empfohlen.
| IPV Poliomyelitis
(Kinderlähmung) |
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Die Kinderlähmung ist eine virale Erkrankung, die früher oft
zu irreversiblen Lähmungen oder gar zum Tod führte. Heutzutage
nimmt man an, dass nach einer konsequenten Grundimmunisierung ein lebenslanger
Impfschutz erhalten bleibt. Aus diesem Grund werden aktuell nur noch bei
starker Exposition (Reisen nach Afrika und Asien) Auffrischimpfungen nach
10 Jahren empfohlen.
Die Tollwut ist eine vom Tier (Waldtiere, streunende Hunde und Katzen)
auf den Menschen übertragene Infektionskrankheit, die früher
zum Tode der Infizierten führte. Seit der Möglichkeit der Impfung
vor und in Kombination mit Verabreichung von Antikörpern auch nach
einem Biss gibt es in der Schweiz keine menschlichen Tollwutfälle
mehr. Auch bei den freilebenden Tieren der Schweiz ist die Tollwut aktuell
nach langjährigen intensiven Impfbemühungen z.Z. ausgemerzt.
Heutzutage ist eine Schutzimpfung nur bei Personen mit beruflichem Risiko
(Tierärzte, Waldarbeiter, Jäger usw.) sowie bei Reisen in gewisse
Länder empfohlen.
Die Tuberkulose ist eine bakterielle Erkrankung, die meist zu einer besonderen
Form einer Lungenentzündung führt, aber auch in anderen Organen
des Körpers auftreten kann. Im Gegensatz zu früheren Jahren
wird aktuell wegen erschwerter Diagnostik und ungenügend erwiesenem
Nutzen keine routinemässige Impfung empfohlen. Dies obwohl seit einigen
Jahrzehnten weltweit wieder mehr Tuberkulosefälle registriert werden. |